Junko Baba schreibt das Schriftzeichen „Dō” (Weg) im Sosho-Stil. 

Shodō – der japanische Weg der Schreibkunst

 

Shodō ist die fernöstliche Kunst des Schreibens mit Pinsel und TuscheShodō ist ebenso eine Art Philosophie für Geist und Seele. „Sho” bedeutet „Schreiben”, „” ist „der Weg”. „” ist in der Japanischen Kultur fest verankert: Ju, Ken, Aik, Karate, Iai (Schwert), Kyu (Bogenschiessen), Sa (Teezeremonie) oder Ka(Ikebana, Blumenbinden).

Alle Disziplinen des „Dō” verbinden Tradition mit Kreativität und lehren Harmonie und Spannung, Ruhe und Konzentration, Freiheit und Disziplin. Ebenso werden Aspekte von Meditation, Atmung und Körperarbeit behandelt. „Dō” ist der Weg zum Selbstausdruck und führt in innere Balance und Ausgeglichenheit. 

Dia japanische Künstlerin Junko Baba beschreitet den Weg des „Dō” seit mehr als drei Jahrzehnten als praktizierende Kalligraphin, Performance-Künstlerin sowie als Unterrichtende (Lehrbeauftragte Universität Wien, Leiterin der Zweigstelle der Nihon Shuji Bildungsstiftung – größte Kalligraphieschule in Japan). 

Die Entwicklung der Japanischen Kalligraphie 

Der Buddhismus wurde im 6. Jahrhundert nach Japan gebracht und das "Hokkegisho" (Buddhistisches Gebetsbuch) von Prinz Shotoku, der den Buddhismus förderte, ist die älteste Handschrift Japans. Im 7. Jahrhundert wurde das Kopieren von heiligen Sutren (Shakyo) populär, wodurch die japanische Kalligraphie eine wesentliche Förderung und Verbreitung erfuhr.

 

Im Jahr 712 entstand das älteste japanische Geschichtsbuch, das „Nihonsyoki” Zusätzlich zu den aus dem Chinesischen übernommenen Schriftzeichen wurde für die japanische Sprache und Grammatik eine zusätzliche Schrift (Kana) entwickelt, die in diesem Werk erstmals verwendet wurde.

 

Im 10. Jahrhundert wurde die Entwicklung der Kalligraphie als Kunstform von den drei Kalligraphiemeistern (Michikaze Ono, Sukemasa Fujiwara, Yukinari Fujiwara) vollendet.

Buddhismus – Shodō in den Klöstern 

Mit der Verbreitung des Zen-Buddhismus in Japan im 13. Jahrhundert wurde die Schreibkunst in den Zen-Klöstern weiterentwickelt. Sie war mit dem Gedanken und der Lehre des Zen-Buddhismus eng verbunden und deshalb wurde die traditionelle Technik wichtiger als der persönlicher Stil. In dieser Zeit war der kulturelle Austausch zwischen Japan und China sehr rege.

Shodō-Schulen – die Verbreitung in das Volk

Später, im 16. Jahrhundert, wurden die verschiedenen Shodō -Schulen gegründet. Im 18. Jahrhundert wurde Shodō (Lesen und Schreiben) auch im Volk verbreitet und in Privatschulen unterrichtet. Trotz westlicher Einflüsse, wie der Schreibweise mit Metallfeder und Bleistift, bleibt Shodō doch die wichtigste Form der Schreibkultur in Japan.

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